Kernfrage der Veranstaltung war: „Wie gut sind Kreis, Kommunen, Einsatzkräfte und Bevölkerung auf Extremwetter, Stromausfall und größere Schadenslagen vorbereitet?
Die Referierenden näherten sich unterschiedlichen Aspekten des Themas in kurzweiligen, zehnminütigen Vorträgen. Durch das Programm leitete Frank Schmalowsky, SPD-Fraktionsvorsitzender.
Die Begrüßung durch Landrat Dr. Henning Görtz umfasste eine erste Einordnung, wie der Landkreis Stormarn für den Ernstfall aufgestellt ist. Als Blick über den Tellerrand diente als Beispiel der Bevölkerungsschutz in Schweden, in dem die Bürgerinnen und Bürger verpflichtet sind, im Krisen- oder Kriegsfall eine Rolle zu übernehmen. Dr. Görtz rief dazu auf, das Engagement und das Bewusstsein für die Eigenversorgung der Bevölkerung zu verstärken.
Andreas Rehberg, Fachbereichsleiter Sicherheit und Gefahrenabwehr des Kreises, sprach über das intergrierte Hilfeleistungssystem der Bundesrepublik Deutschland und vergab zunächste Schulnoten für die verschiedenen Bereiche des „KatSchutzes“ im Kreis Stormarn. Neben guten Zensuren für Ausstattung und Ausbildungsstand wies auch Herr Rehberg darauf hin, dass mehr Menschen gebraucht werden, die sich im Bevölkerungsschutz engagieren. In diesem Zusammenhang führte er „Stark für Stormarn“ an (externer Link unter dem Beitrag), eine Initative, die vom Kreis Stormarn koordiniert und von den Ehrenamtlichen der Hilfsorganisationen unterstützt wird. Sie ermöglichen Übungsstunden für die Ausbildung im Katastrophenschutz.
Für die Bundeswehr im Katastrophenschutz stellte Oberstleutnant d. R. Jürgen Mühlenbeck das Kreis-Verbindungs-Kommando vor. Geleitet von Reservisten, sind die KVK-Teams Ansprechpartner auf der kommunalen Ebene für alle Fragen, die sich um die Unterstützungsmöglichkeiten der Bundeswehr drehen. Darüber hinaus stehen den Landesbehörden mit den Landeskommandos zusätzlich kompetente Kräfte im jeweiligen Bundesland zur Seite. Diese übernehmen bei kleineren, auf einen begrenzten Raum beschränkten Einsätzen die Koordination.
Den Katastrophenschutz im Kontext der Landesgesetzgebung beleuchtete Kreistagsabgeordnete Jennifer Wlost, die ihren Vortrag über „Recht - Zuständigkeit – Ressourcen – Einsatzfähigkeit – Kooperation“ mit drei wesentlichen Notwendigkeiten abschloss: Klare Zuständigkeiten, einsatzfähige Strukturen und Kooperation sowie vorausschauende Vorsorge.
Olaf Klaus, Kreisbrandmeister des Kreisfeuerwehrverbands Stormarn nannte gezielt Maßnahmen, wie sich Menschen selbst für ihre Eigenvorsorge zu Hause vorbereiten können. Dazu fand sich auf jedem Platzvdie Broschüre „Vorsorge für Krisen und Katastrophen“ vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (Link zum Download am Ende des Artikels). Der Leitfaden gibt einen guten Überblick zu allen wichtigen Themen. Darüber hinaus betonte er, wie wichtig es ist, die Menschen im eigenen Umfeld im Katastrophenfall einzubeziehen und aufeinander aufzupassen.
Einen Vergleich zwischen den Gegebenheiten von Bevölkerungsschutz und Resilienz im Kreis Stormarn und in Hamburg stellte Robert Wuschke dar, Mitglied der SPD im Umweltausschuss des Kreises und beruflich in Hamburg tätig. Er nannte als Beispiel das Forschungs- und Entwicklungskonzept „RESCUE-MATE“ (externer Link zum Projekt am Ende des Beitrags), mit dem unter Einbindung von Echtzeitdaten ein dynamisches Lagebild einer Krisen- und Katastrophensituation erstellt werden soll. Den Rettungskräften soll damit eine umfassende Orientierung und Situationsbewertung ermöglichen, so dass alle auf dem gleichen Stand der Lage sein können, bzw. auch Schwachstellen schon während einer Übungssituation gefunden werden können.
Als letzter Referent des Abends stellte René Wendland, finanzpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion den „Hamburger Notfallrucksack“ vor, der vorbereitet werden kann, um in Fällen einer schnellen Evakuierung die ersten Tage in einer Notunterkunft zu überbrücken. Ein Rucksack ist im Krisenfall praktischer als ein Koffer, da die Hände frei bleiben. Als wichtigste Komponenten wurden fünf Bausteine genannt:
- warme Kleidung, Regenschutz, feste Schuhe und Wechselkleidung
- Wichtige Dokumente (Dokumentenmappe), geladene Powerbank
- Erste-Hilfe-Material, persönliche Medikamente
- Haltbare Lebensmittel und eine wiederverwendbare Trinkflasche
- Bargeld
Zum Abschluss der Veranstaltung gab es noch eine moderierte Fragerunde mit den Vertreterinnen und Vertretern aller teilnehmenden Hilfsorganisationen und die Möglichkeit für das Publikum, Fragen zu stellen. Danach konnte in der Ausstellung noch reger Austausch zwischen allen Anwesenden stattfinden. Auch die ehrenamtlich Tätigen in den Bereitschaften des DRK in Stormarn waren zahlreich und sichtbar vertreten und gaben den Interessierten anhand von Anschauungsmaterial Auskunft.
Die Hilfsorganisationen vor Ort:
Arbeiter-Samariter-Bund, Bundeswehr-Kreisverbindungskommando Stormarn, DRK-Kreisverband Stormarn, Johanniter-Unfall-Hilfe, Kreisfeuerwehrverband Stormarn, Malteser Hilfsdienst, THW Bad Oldesloe
Externe Links (nicht im Verantwortungsbereich des DRK):
Katastrophenschutz Stormarn - Mach Dich Stark!
BBK - Vorsorgen für Krisen und Katastrophen
Notfallrucksack packen: Checkliste für den Ernstfall - hamburg.de



